Weihnachten ist nicht immer schön …

Deutschlands (wahrscheinlich) größte Franchisekette von Tierfuttergeschäften hat sich eine schöne Aktion ausgedacht: wer mit einen mit Namen versehenen Freßnapf vorbei bringt, kann ihn Nikolaus gefüllt mit Leckerchen für den Liebling wieder abholen. Soweit, so gut.

Heute war ich in einem der besagten Märkte und eine der Mitarbeiterinnen telefonierte mit dem Filialleiter. Es ging um die Frage eines jungen Mannes, ob die Aktion nur, wie auf dem Werbezettel ausgelobt, für Hunde und Katzen, oder auch für Vögel gilt. Nein, war die Auskunft der Mitarbeiterin, ihr Chef habe gesagt, nur Hunde und Katzen.

Traurig nahm der junge Mann den mitgebrachten Vogelnapf wieder an sich und ging. Diese Szene hat mich, ehrlich gesagt, ziemlich mitgenommen. Nicht, weil das Unternehmen die Aktion so limitiert, was ich ehrlich gesagt nicht verstehe, sondern aus einem anderen Grund.

In diesem Land gibt es Menschen, die ihrem Vogel keine Leckerli für ein paar Euro kaufen können. Ich kann euch gar nicht sagen, wie traurig mich so etwas macht. Ich hätte beinah angeboten, dem Vogel ein paar Leckerli auf meine Kosten zu spendieren. Aber leider war der junge Mann zu schnell weg und ehrlich gesagt wußte ich auch nicht, ob ihm das recht gewesen wäre. Jedenfalls werde ich noch ziemlich lange darüber nachdenken.

So wie über die gut gekleidete ältere Dame, die vor einiger Zeit im Kaisers Supermarkt an der Fleischtheke fragte, was die Putenbrust koste. Zweiteiliges Jackenkleid, Kitten Heels, Kettchen auf der adretten Bluse. 8 Euro pro Kilo war die Auskunft, also etwa 3 Euro für die 2 Putenschnitzel, die sie zu kaufen plante. Sie überlegte kurz und sagte dann: “Nein, diese Woche geht das nicht. Ich komme nächste Woche, wenn meine Rente da ist.”

Da läuft doch grundsätzlich was falsch. Für Rentner, Arbeitslose, Kranke und Migranten. Nicht für alle, aber für viele. Leider hab ich auch keine Patentlösung. Das macht meine Gedanken aber nicht weniger finster … jedenfalls wird das so nix mit einem ungetrübten Weihnachtsfest.

Wie ein alter Teppich Menschen öffnen kann

Bei uns im Ort gab es eine Buchhandlung (die es jetzt leider nicht mehr gibt). Den Laden gab es dort, seit ich denken kann. Der Inhaber war ein etwas merkwürdiger, sehr zurückhaltender Mensch. Vielleicht wirkte er aber auch nur auf mich etwas seltsam. Wie dem auch sei, irgendwann bestellte ich eine Gesamtausgabe der Gedichte von Else Lasker-Schüler. Hier ein kurzes Beispiel meines Lieblingsgedichts von Lasker-Schüler:

Deine Seele, die die meine liebet
Ist verwirkt mit ihr im Teppichtibet

Strahl in Strahl, verliebte Farben,
Sterne, die sich himmellang umwarben.

Unsere Füsse ruhen auf der Kostbarkeit
Maschentausendabertausendweit.

Süsser Lamasohn auf Moschuspflanzentron
Wie lange küsst dein Mund den meinen wohl
Und Wang die Wange buntgeknüpfte Zeiten schon.

(Ein alter Tibetteppich)

Als ich das nicht allzu dicke Buch abholte, wurde ich von ihm selbst bedient. Er kam sofort ins Schwärmen über Lyrik. Er erzählte davon, daß er seit Teenagertagen Lyrik lesen würde und wie sehr er sich freue, daß jemand Gedichte als neues Thema für sich entdeckt hatte. Seit dieser Zeit finde ich ihn viel weniger seltsam und wir grüßen uns sehr freundlich, wenn wir uns sehen.

Fashion People: Valerie Steele

Einleitung

(See english version below)

Dr. Valerie Steele (Website, Blog, Wikipedia) kenne ich (nun ja, leider nicht persönlich) seit ihrem Buch “Fetish: Fashion, Sex and Power”, das ich als Student gelesen habe. Sie ist seit 2003 Kuratorin des Museums am Fashion Institute of Technology der State University of New York. Neulich habe ich entdeckt, daß sie neben den großartigen Ausstellungen ihres Museums und der Herausgabe (und Gründung) des wissenschaftlichen Journals “Fashion Theory”  auch viele Vorträge hält bzw. Interviews gibt. Und einiges davon findet sich auf YouTube. Und ich dachte, die meiner Meinung nach besten zeige ich euch hier kurz.

Introduction

I got to know (well, unfortunately not in person) Valerie Steele, PhD, (Website, Blog, Wikipedia) when I read her book “Fetish: Fashion, Sex and Power” as a student. Since 2003 she is curator of the Museums at the Fashion Institute of Technology of the State University of New York. Recently I discovered, that in addition to the brilliant exhibitions of the museum and being (founding) editor-in-chief of “Fashion Theory”, a scientific journal, she also gives talks and interviews. You can find some of them on YouTube. And so I thought I’ll show the ones I like most.

Videos

Chic Chat Interview with The Outnet

 

Big Think Interview

 

Is fashion art? (Talk at mumok Museum of modern art, Vienna)

 

Sociology of Style Interview

 

On cultural influences in fashion design

 

The ‘F’ word, a conversation about fashion (at Casa Italiana Zerilli-Marimò, New York University)

 

In conversation with Fran Lebowitz at the Queer History of Fashion Symposium

To müff or not to müff

Heute beschäftige ich mich mit einem Problem, oder genauer gesagt mit zweien: In beiden geht es um Geruch. Nicht wegen mangelnder Körperpflege, obwohl das sicher auch ein Thema ist. Nein, es geht um Wäsche und um Parfum.

Fangen wir mit der Wäsche an:

Kennt ihr das? Man steht an einer Supermarktkasse und hinter euch stellt sich jemand an, dessen Kleidung merkwürdig säuerlich riecht. Ich dachte immer, das liegt daran, daß die Sachen schlecht getrocknet worden sind, weil der Effekt bei Wäsche aus dem Trockner deutlich geringer ausfällt. Woher ich das weiß? Weil das bei uns auch manchmal vorkommt. Ich kenne aber auch Menschen, deren T-Shirts praktisch immer so riechen.

Eine Webseite von Henkel verweist darauf, daß man etwas mehr Waschmittel nehmen soll, weil nicht alle durch den Körper verursachten Verunreinigungen entfernt wurden. Das macht Sinn, weil mich als Chemiker der Geruch sehr an Buttersäure erinnert. Verbindungen der Buttersäure finden sich nämlich auch in menschlichem Schweiß. Und Chemiker wissen, wie lange sich höhere Carbonsäuren (von denen Buttersäure eine ist, genauer eine C4-Carbonsäure) in Kleidung halten können. Ich erinnere mich da an einen Fall von schwerer Verstinkung mit Carponsäure (C6-Carbonsäure) … Carponsäure hat ihren Namen von capra, lateinisch für Ziege hust

Der andere Fall von Geruchsbelästigung bezieht sich auf unangenehme Parfums. Man geht durch einen Supermarkt und läuft durch eine Fahne unglaublich beißenden Parfumgeruchs. Natürlich riechen Parfums für jeden von uns anders, aber manche stoßen halt doch in breiteren Schichten der Bevölkerung auf negatives Feedback als andere. Man sagte mir mal, daß Cacharelparfums (namentlich Lou Lou und Anais Anais) in den 90er Jahren in manchen Werbeagenturen den Mitarbeiterinnen per Arbeitsvertrag untersagt waren. Ich kann das gut verstehen, weil meine Schwiegermutter eine Zeit lang eine (für mich fast) tödliche Vorliebe für Cacharelparfums hatte.

Manche Leute nehmen diese Gerüche (und speziell den komischen Wäschegeruch) kaum wahr. Bei mir ist das anders, ich rieche das ziemlich extrem und mir wird übel davon. Was mich jetzt aber beschäftigt: Wie sagt man das den Leuten? Sagt man das überhaupt? Natürlich laufe ich nicht hinter jedem Fremden auf der Straße oder im Supermarkt her, der komisch riecht und reibe ihm/ihr das unter die Nase. Aber wenn man ab und zu mit jemandem zu tun hat und der/die riecht streng, bin ich trotzdem versucht, etwas zu sagen. Mache ich dann aber doch nicht, weil ich dafür zu höflich bin. Wie macht ihr das? Ein Patentrezept habt ihr wahrscheinlich auch nicht, oder?

Ausbreitung von Kultur

Ein kurzer Abriß des Modells der Ausbreitung von kulturellen Eigenschaften von R. Axelrod

Einleitung

Dieser Text bildet die Basis für einen folgenden Blogpost, in dem das kombinatorische Prinzip des Modells von Axelrod auf Modeerscheinungen angewandt wird.

Robert Axelrod hält eine Professur an der School of Public Policy der University of Michigan und beschäftigt sich mit Fragestellungen der soziologischen Dynamik in Gruppen. Ein Fokus seiner Arbeiten in den 90er Jahren geht von einer Reihe interessanter Fragen aus, die er in einem oft referenzierten Paper veröffentlicht hat:

  • Die Kommunikation von Menschen führt im Allgemeinen zu einer Angleichung von kulturellen Eigenschaften. Warum sind dann aber nach einiger (langer?) Zeit nicht alle Menschen der gleichen Meinung?
  • Wie kommt es zur Ausbreitung von kulturellen Eigenschaften?
  • Warum entstehen im Gegenteil u.U. sogar völlig unterschiedliche kulturelle Ausprägungen?

“Kulturelle Eigenschaften” (cultural features) definiert Axelrod hier sehr breit als alle Eigenschaften, die durch sozialen Einfluß (social influence) von außen beeinflußbar sind. Das können, politische Ansichten, Moden oder die Art sein, etwas bestimmtes zu tun.

Die klassische Soziologie kennt eine Reihe von Begründungen, wie es trotz allgemeiner Homogenisierungsmechanismen zu Unterschieden kommen kann. Dazu gehören:

  • Willentliche soziale Abgrenzung
  • Modeerscheinungen bzw. zeitlich begrenzte Trends
  • Bevorzugung extremer Ansichten
  • Drift aufgrund zufälliger Prozesse (z.B. Änderungen in einer Sprache)
  • Geographische Isolation
  • Der Wunsch nach Spezialisierung
  • Wechselnde Umgebungsbedingungen oder technologischer Fortschritt

Axelrods Modell

Eine Grundannahme von Axelrod ist, daß der Transfer von Ideen oder Ansichten durch Kommunikation einzelner Individuen geschieht. Nicht ausschließlich, aber auch. Daneben gibt es die Verbreitung von Ideen durch zentrale Organisationen. Kommunikation tritt dann am effektivsten auf, wenn sich zwei Individuen schon ein wenig ähneln. Sprich, je mehr Gemeinsamkeiten sie eh schon haben, um so wahrscheinlicher ist es, daß sie miteinander kommunizieren: “Similarities lead to interaction, interaction leads to still more similarity

Jetzt stellt sich die Frage, ob man alleine mit einem System miteinander kommunizierender Individuen nicht nur Einebnungs- und Angleichungsprozesse, sondern auch Divergenzen abbilden kann, ohne spezielle Mechanismen der Abspaltung mit einzubeziehen, wie sie oben erwähnt wurden.

Axelrod hat hierzu ein einfaches programmatisches Modell aufgesteht, bestehend aus einer Matrix von einfachen Automaten oder State Machines, die er agents nennt. Da Agenten in der IT aber generell komplexere selbstständige Systeme bezeichnen, verzichte ich hier auf diesen Namen. Diese Automaten sind auf einem kartesischen Netz, sagen wir von 10×10 Knoten angeordnet.

Jeder Knoten hat einen Zustand, der durch sagen wir 5 allgemeine kulturelle Features definiert wird. Jedes Feature kann z.B. 10 verschiedene Werte oder Merkmale oder Ausprägungen von 0-9 annehmen. Damit kann man den Zustand eines Knotens durch ein Fünfertupel wie [3,5,7,3,0] beschreiben. Die Knoten wechseln den Zustand einzelner Features durch Einfluß eines Nachbarn, indem sie dessen Wert einfach annehmen. Sie besitzen also keinen sonderlich intelligenten Wertealgorithmus.

Der Algorithmus der zeitlichen Simulation läuft nun wie folgt:

  1. Man pickt sich per Zufallsgenerator einen Knoten heraus.
  2. Dann nimmt man als “Einflußnehmer” einen zufälligen Nachbarn oben, unten, links oder rechts dazu.
  3. Die Wahrscheinlichkeit, daß diese beiden Knoten interagieren hängt dann davon ab, wie ähnlich sich ihre Werte schon sind.
  4. Gibt es eine Gleichheit in mindestens einem Wert eines Features bestimmt man per Zufall eines der unterschiedlichen Features und überschreibt den Wert des ausgewählten Knotens darin mit dem Wert seines Nachbarn. Damit ist es zu einer Angleichung in einer Eigenschaft gekommen, auf der Basis der sonstigen Eigenschaften.

Diesen Rechenschritt wiederholt man nun oft. Sehr oft. Viele tausend bis zehntausend Mal. Für das erwähnte 10×10 Raster kommt man auf etwa 81.000 Iterationen. Danach ist der Zustand meist sehr stabil. Mathematisch gehört diese Simulation zu den sogenannten Markov-Chains.

Was man dann beobachten kann, ist, daß sich auf dem Gitter sogenannte kulturelle Regionen heraus bilden, deren Eigenschaften völlig gleich sind. Nun kann man mit den Parametern dieser Simulation spielen, als da wären:

  • Größe des Gitters oder Areals
  • Anzahl kultureller Eigenschaften
  • Anzahl möglicher Werte, die so eine Eigenschaft annehmen kann

Dann mißt man, erstens, wie lange es dauert, bis sich ein stabiler Zustand einstellt und zweitens, wie viele kulturelle Regionen sich dabei gebildet haben. Stabilität entsteht, weil in einer kulturellen Region alle Mitglieder exakt die gleichen Werte haben, hier findet also keine Änderung mehr statt. Und an den Außengrenzen der Region gibt es nur noch Elemente, die sich in allen Eigenschaften unterscheiden und deswegen nicht mit ihren Nachbarn kommunizieren.

Ergebnisse der Simulationen

Es zeigt sich, daß die Ergebnisse statistisch stabil sind und im Überblick wie folgt aussehen:

  • Erhöht man die Anzahl kultureller Eigenschaften, entstehen langsam weniger homogene Regionen. Der Grund ist, daß mit der Anzahl Eigenschaften die Wahrscheinlichkeit, daß sich zwei benachbarte Elemente in irgendeinem Punkt davon ähneln, leicht steigt.
  • Erhöht man dagegen die Auswahl möglicher Werte für jede kulturelle Eigenschaft, so steigt die Anzahl Regionen sehr schnell an. Die Begründung ist, daß mehr Werte eine geringere Wahrscheinlichkeit darstellen, daß sich zwei Nachbarn so ähneln, daß sie kommunizieren.

Zusätzlich kann man noch die Reichweite der Interaktion zweier Knoten erweitern, indem diese z.B. auch mit ihren diagonalen Nachbarn kommunizieren können. Erwartungsgemäß steigt damit die Geschwindigkeit der Homogenisierung und es sinkt die Anzahl kulturell unterschiedlicher Regionen.

Wenn man nun noch die Größe des Netzwerks variiert, z.B. zwischen 2×2 und 100×100 Knoten, so findet man anfangs einen starken Anstieg der Anzahl homogener Regionen bis zu einer Gittergröße von 12×12. Danach sinkt die Anzahl Regionen langsam wieder asymptotisch gegen etwa 2.

Daß sehr kleine Netze zu max. 2 Regionen neigen ist, relativ einfach erklärbar, weil einfach nicht mehr Platz für Regionen vorhanden ist. Steigender Platz führ bei 12×12 Gittern zu bis zu durchschnittlich 23 (!) stabilen homogenen Regionen. Daß es danach zu einem Abfall kommt, läßt sich nur durch Beobachtung der historischen Entwicklung solcher Netze erklären.

Im Laufe der Entwicklung der Netzwerke kann man beobachten, daß große Regionen neben kleinen Regionen häufiger überleben als umgekehrt. Man könnte sagen, das große Gebiet “frißt” das kleine auf. Große Netze erlauben große Gebiete, damit kommt es häufiger zur Auslöschung kleiner kultureller Regionen.

Interessant in diesem Zusammenhang sind auch “kulturelle Zonen”. Diese definiert Axelrod als Gebiete kompatibler kultureller, also ähnlicher, Features. Solche stabilen komatiblen Zonen bilden sich im Laufe der Simulation sehr schnell aus, ganz im Gegensatz zu den homogenen Regionen. Im Endeffekt entsteht fast immer aus einer Ähnlichkeitszone ein homogenes Gebiet. Daher kann man durch Auszählen der Zonen sehr viel schneller zu einer Aussage über die im Endeffekt zu findenden kulturellen Regionen kommen.

Zusammenfassung

Das Modell läßt sich (darauf ist Axelrod anscheinend sehr stolz) in einem Satz zuammen fassen:

Mit einer Wahrscheinlichkeit, die ihrer kulturellen Ähnlichkeit entspricht, übernehmen zufällig gewählte Knoten exakt ein kulturelles Feature von einem ihrer zufällig gewählten Nachbarn.

Die Ergebnisse lassen sich in zwei intuitiv erwartete und zwei eher überraschende Resultate gliedern. Die erwarteten sind:

  • Die Anzahl Regionen nimmt zu mit der Zunahme der möglichen Werte für kulturelle Features.
  • Sie nimmt ab mit der Reichweite der Interaktion.

Die überraschenden Ergebnisse sind:

  • Die Anzahl Regionen nimmt ab mit der Zunahme der kulturellen Eigenschaften oder Features.
  • Die Anzahl der Regionen nimmt wieder ab mit der zunehmenden Größe der Netzwerkareale.

Durch die Übernahme von Features eines Nachbarn kommt es natürlich möglicherweise zu einer Abnahme der Ähnlichkeit zu anderen Nachbarn. Treffen solche Prozesse in einem bestimmten Gebiet häufiger aufeinander kommt es tatsächlich ohne äußeres Eingreifen zu einer Polarisation mit völlig unterschiedlichen Regionen.

Zusätzlich macht das Modell ja keinerlei Annahmen über die Kopplung zweier kultureller Features. Es reicht also, wenn zwei ansonsten unterschiedliche Menschen gerne in eine Kneipe gehen, daß es zur Kommunikation kommt. Sollte dann der eine den anderen zu einer rechtsextremen Meinung überreden, bedeutet das ja keinesfalls, daß alle Kneipenbesucher ins rechte Spektrum gehören. Es hat schlicht nichts miteinander zu tun.

Mode für Nerds

Nach längerer Pause melde ich mich zurück mit einer kleinen Blogreihe. Ich habe festgestellt, daß es einen ganzen Haufen wissenschaftlicher Publikationen zum Thema Mode gibt. Diese sind meist in englischer Sprache verfasst und tief in den Jargon der jeweiligen Wissenschaft eingebettet. Manchmal dient die Verwendung von Fachtermini auch der (vermeintlichen) Stärkung der wissenschaftlichen Respektabilität. Steht doch Mode an sich oft nicht in dem Ruf, ein besonderes ernstes wissenschaftliches Thema zu sein.

Viele dieser Charakteristika machen diese Literatur leider schwer verdaulich. Dem möchte ich entgegen wirken und euch mit Links und Quellenangaben versehene übersichtliche Zusammenfassungen zu liefern, die entweder für sich alleine stehen können, wenn man nur kurz rein schnuppern möchte, um was es sich handelt, oder die als Sprungbrett für eine tiefer gehende Beschäftigung mit einem Thema dienen können.

Ihr dürft euch auf spannende und manchmal skurrile Beiträge aus einer ganzen Reihe von Wissenschaften freuen, z. B.:
• Soziologie (hier findet sich ein reiches Betätigungsfeld, Soziologen finden Mode spannend)
• Mathematik (zum Beispiel Kombinatorik)
• Informatik (Pattern Matching etc.)

Wie ihr seht, erwartet uns eine wilde Mischung und vielleicht verhilft euch und mir das eine oder andere Posting zu einer völlig neuen Sicht auf das vermeintlich so oberflächliche Thema Mode. Zum Schluß noch die Bitte, falls jemand von euch ein Fundstück für diese Reihe hat, dann schreibt mir doch bitte. Jetzt bleibt mir nichts, als euch viel Spaß beim Lesen zu wünschen.

Musik zum Wochenende – :wumpscut:, Thorns

Ich habe ein seltsames Faible für Coverversionen und Bearbeitungen. Das geht soweit, daß ich z.B. gut 50 Versionen von Greensleeves besitze. Heute möchte ich euch ein Stück von der Electro-Industrial-Band :wumpscut: vorstellen. Nämlich “Thorns” von “Bunkertor 7“. Thorns war das erste Stück, daß ich je von :wumpscut: gehört habe und es ist bis heute das einzige, daß mir gefällt. Dafür ist dieses eine aber wirklich außergewöhnlich. Und :wumpscut: hat 2 Versionen davon gemacht: eine normale und eine “Distant Vocals Version”.

Beide Versionen beginnen mit einer Art Lautensolo und haben im Schluß ein Sample aus dem Film Highlander mit Sean Connery.

Ich hoffe, das ist jetzt nicht zu gruftig für euch ;)

Musik zum Wochenende – Calvin Russel, Crossroads

Neben den schönen Bäumen würde ich gern noch eine kleine eher unregelmäßige Posting-Reihe eröffnen: Musiktips zum Wochenende. Mal altbekannte Sachen, mal Ungewöhnliches. OK, mehr ungewöhnliche Dinge. Den Anfang macht ein Ausschnitt aus meiner allerliebsten Musiksendung, dem wohl inzwischen leider eingestellten One Shot Not auf arte mit Manu Katché.

Auf der anderen Seite ist der Musiktip für jemanden, der mich vielleicht ein bisschen kennt, eher widersprüchlich. Ich mag nämlich keine Singer-Songwriter und ganz besonders mag ich keine Country- oder Western-Musik, und Calvin Russel vereint in “Crossroads” von beidem ein bisschen. In der Liveperformance in One Shot Not spielt nämlich ein Musiker einer anderen Band eine wohl elektrifizierte Mandoline (wenn es sich um ein anderes Instrument handelt, sagt mir bitte Bescheid!). In der Kombination sehr ungewöhnlich, aber genau das richtige für einen ruhigen Wochenendabend mit einem Glas Rotwein … auf der Terrasse …

Rezension: Die sonderbare Buchhandlung des Mr. Penumbra

Heute möchte ich euch zum Tag des Buches einen Roman vorstellen, den ich regelrecht verschlungen habe: “Die sonderbare Buchhandlung des Mr. Penumbra”. Geschrieben hat ihn Robin Sloan und die deutsche Ausgabe (die ich gelesen habe) ist bei Blessing erschienen. Er handelt von einem jungen Mann namens Clay Jannon, der als Grafikdesigner keinen Job bekommt und deswegen eine Art Nebenjob sucht. So stößt er auf die seltsame Stellenanzeige von Ajax Penumbra, der einen Verkäufer für seinen Buchladen sucht. Und zwar für die Nachtschicht. Der kleine eigenartige Buchladen hat nämlich rund um die Uhr geöffnet. Daher der Name des amerikanischen Orginals “Mr. Penumbra’s 24-Hour Bookstore”.

Robin Sloan, Die sonderbare Buchhandlung des Mr. Penumbra

Robin Sloan, Die sonderbare Buchhandlung des Mr. Penumbra

Der Laden ist quasi zweigeteilt. Im vorderen Teil verkauft Penumbra “normale” Literatur, während der hintere Teil fast drei Etagen hohe Regale mit gebunden großformatigen Folianten enthält. Diese werden nicht von normalen Kunden gekauft, sondern von den etwas schrägen Mitgliedern eines eigenartigen Buchclubs ausgeliehen. Und die Verkäufer haben Buch darüber zu führen, wer wann welches Buch ausgeliehen hat, wobei sie die Kunden genau beobachten und alle Details in einem Logbuch  festhalten sollen. Clay ist fasziniert und versucht mit Hilfe seiner Freunde, einer Programmiererin von Google und einem Firmengründer, der die weltbeste Software für 3D-animierte weibliche Brüste erfunden hat, hinter das Geheimnis des merkwürdigen Buchclubs und seiner (offensichtlich verschlüsselten) Bücher zu kommen. Das Buch ist ausgesprochen gut geschrieben, die Handlung ist für jemanden wie mich perfekt, weil sie Internettechniken, einen Einblick in den Google Campus, ein bisschen Fantasyliteratur, alte Bücher und Typologie gekonnt miteinander verquickt. Die Publikation war in den USA mit einigem PR Getöse von Seiten von Google berunden:

Das Ende des Buches (das ich euch natürlich nicht verraten werde) ist fulminant und überraschend. Man lernt dabei sogar etwas über die Anfangszeit des Buchdrucks (OK, ich wußte das meiste davon schon). Ich kann euch das Buch nur wärmstens ans Herz legen. Wer vorweg schnuppern will, ob ihm der Schreibstil von Robin Sloan bzw. des Übersetzers gefällt, kann sich auch eine Kurzgeschichte namens “Die unglaubliche Entdeckung des Mr. Penumbra” ansehen, die erklärt, wie Mr. Penumbra 1969 zum ersten Mal Kontakt zu der seltsamen Buchhandlung bekam, die er später dann leiten sollte. Die Shortstory gibt es als eBook bei

Viel Spaß zum Lesen!

Schöne alte Bäume – Stadtpark Aachen

Ich liebe alte, große Bäume, deswegen wird es jetzt ab und zu ein Posting mit Bildern von Bäumen geben :)
Den Anfang macht der Aachener Stadtpark an der Seite des Ungarnplatzes, wo es übrigens auch ein nettes kleines Bistro / Cafe in einem Kiosk gibt, das La Cabane.
Doch jetzt zum Baumriesen Nummer eins:

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Und einen zweiten habe ich auch noch gefunden:

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Wie steht’s mit euch? Mögt ihr Bäume? :)